Der Einfluss der C-14 Datierungstechnik auf die modernen Wissenschaften hat sie zu einer der bedeutendsten Entdeckungen des 20. Jahrhunderts gemacht. Kein anderes wissenschaftliches Verfahren hat es geschafft, das Verständnis über den Menschen so zu revolutionieren. Aber sie hat nicht nur dabei geholfen, die Gegenwart, sondern auch das Geschehen in der Vergangenheit, auch wenn sie tausende Jahren her sind, zu verstehen.
Die Archäologie und andere Wissenschaften, die sich mit dem Menschen befassen, benutzen die C-14 Datierung, um Theorien zu beweisen oder zu widerlegen. Im Laufe der Jahre hat die C-14 Datierung auch Einzug in Geologie, Hydrologie, Geophysik, Atmosphärenforschung, Ozeanographie, Paläoklimatologie und sogar der Biomedizin gehalten.
Der amerikanische physikalische Chemiker Willard Libby führte in der Zeit nach dem zweiten Weltkrieg ein Team aus Wissenschaftlern mit dem Ziel an, ein Verfahren zu entwickeln, das Radioaktivität messen kann. Er gilt als der erste Wissenschaftler, der annahm, dass das instabile Kohlenstoff-Isotop, auch Radiokarbon oder C-14 genannt, in lebender Materie vorhanden sein könnte.
Libby und sein Team aus Wissenschaftlern hatten es geschafft, eine Abhandlung über die erste Entdeckung von C-14 in einer organischen Probe zu veröffentlichen. Außerdem war Libby der erste, der die C-14 Zerfallsrate gemessen hat und 5568 Jahre ± 30 Jahre als Halbwertszeit eingeführt hat.
1960 wurde Libby für seine Leistungen und die Entwicklung der C-14 Datierung mit dem Nobel Preis in Chemie ausgezeichnet.
Radiokarbon oder C 14, ist ein Isotop im Element Kohlenstoff, das instabil und leicht radioaktiv ist. Die stabilen Isotope sind C 12 und C 13.
Durch den Effekt der kosmischen Neutronenstahlung auf die Nitrogen 14 Atome wird kontinuierlich C-14 in der oberen Atmosphäre geformt. Es oxidiert schnell in der Luft und bildet Kohlenstoffdioxid. Danach tritt es in den globalen Kohlenstoffkreislauf ein.
Pflanzen und Tiere nehmen ihr ganzes Leben lang C-14 über das Kohlendioxid auf. Wenn sie sterben, stellen sie den Kohlenstoffaustausch mit der Biosphäre ein und ihr C-14 Anteil beginnt mit einer Geschwindigkeit zu zerfallen, die durch das Gesetz des radioaktiven Zerfalls bestimmt wird.
Die C-14 Datierung ist in erster Linie ein Verfahren, das entwickelt wurde, um verbliebene Radioaktivität zu messen. Wenn man weiß, wie viel C-14 noch in einer Probe enthalten ist, kann man das Alter des Organismus zum Zeitpunkt seines Absterbens bestimmen. Es muss jedoch angemerkt werden, dass die C-14 Datierungsbefunde zwar angeben, wann der Organismus gelebt hat, allerdings nicht ,wann das Material aus dem Organismus verwendet wurde.
Nicht alle Materialien können C-14 datiert werden. Aber die meisten, wenn nicht sogar alle, organischen Komponenten können datiert werden. Manche anorganische Materie, wie der Aragonit Anteil einer Schale, können ebenfalls datiert werden, sofern bei der Bildung des Minerals eine Aufnahme von C-14 im Gleichgewicht mit der Atmosphäre stattfand.
Proben, die seit der Einführung der C-14 Datierung datiert wurden, sind unter anderem: Holzkohle, Holz, Zweige, Samen, Knochen, Muscheln, Leder, Torf, See Schlamm, Erde, Haare, Keramik, Pollen, Wandmalereien, Korallen, Blutreste, Textilien, Papier oder Pergament, Harze und Wasser.
An den Materialien werden vor der Analyse des Radiokarbonanteils physische und chemische Vorbehandlungen durchgeführt, um mögliche Verunreinigungen zu entfernen.
Es gibt drei grundsätzliche Techniken um den C-14 Anteil einer Probe zu messen— die Gasproportionalzählung, die flüssige Szintillationszählung und die Beschleuniger-Massenspektrometrie.
Die Gasproportionalzählungist eine konventionelle radiometrische Datierungstechnik, die die abgestrahlten Beta Partikel einer Probe zählt. Beta Partikel entstehen als Produkt des radioaktiven Zerfalls. Bei dieser Methode wird die Kohlenstoffprobe zuerst in Kohlenstoffdioxid Gas konvertiert und dann erst wird die Messung mit Hilfe eines Gasproportionalzählers vorgenommen.
Die Flüssigkeiten Szintillation Zählung ist eine weitere C-14 Datierungstechnik, die in den 1960ern beliebt war. Bei dieser Methode ist die Probe flüssig und ihr wird ein Szintillator hinzugefügt. Dieser Szintillator produziert einen Lichtblitz, wenn er mit den Beta Partikeln interagiert. Die Probe wird in einer Phiole an zwei Photomultiplier gegeben und nur wenn beide Geräte einen Lichtblitz registrieren, wird dieser auch gezählt.
Die Beschleuniger-Massenspektrometrie(AMS) ist die moderne C-14 Datierungsmethode. Sie gilt als effizienter, wenn man den C-14 Anteil einer Probe messen will. Bei dieser Methode wird der C-14 Anteil relativ zum C-12 und C-13 Vorkommen gemessen. Dieses Verfahren zählt zwar nicht die Beta Partikel, aber dafür die Anzahl der Kohlenstoffatome, die in der Probe enthalten sind und die Proportion der Isotopen.
Das C-14 Alter einer bestimmten Probe, deren Alter unbekannt ist, kann durch das Messen ihres C-14 Anteils und durch Vergleichen des Befunds mit der C-14 Aktivität von schon datierten Proben des gleichen Materials ermittelt werden.
C-14 Datierungslabore benutzen als modernen Standard Oxalsäure I, die sie vom National Institute of Standards and Technology in Maryland beziehen. Diese Oxalsäure wurde 1955 erstmals aus Zuckerrüben gewonnen. Rund 95% der C-14 Aktivität in Oxalsäure I ist gleich der gemessenen C-14 Aktivität des absoluten C-14 Standards —einem von fossilen Brennstoffeffekten unbeeinflusst gebliebenes Stück Holz aus dem Jahre 1890.
Als die Oxalsäure I Vorräte fast völlig aufgebraucht waren, wurde 1977 eine anderer Standard aus französischen Zuckerrübensirup festgelegt. Oxalsäure II war nun der neue Standard und sie wies nur einen kleinen Unterschied in ihrem C-14 Anteil gegenüber Oxalsäure I auf. Im Laufe der Jahre wurden weitere C-14 Standards entwickelt.
Die C-14 Aktivität von Hintergrundmaterialien wird auch bestimmt, um ihren Einfluss auf die Probenanalyse und den daraus resultierenden Befund zu neutralisieren. Die Hintergrund C-14 Aktivität wird gemessen und die daraus gewonnenen Werte werden von den C-14 Datierungsbefunden abgezogen. Gewöhnlich werden Hintergrundproben analysiert, die geologischen Ursprungs und grenzenlos alt sind, wie Kohle, Braunkohle oder Kalkstein.
Eine C-14 Messung wird als konventionelles C-14 Alter bezeichnet(CRA). Die CRA Konventionen beinhalten
a). Die Benutzung der Libby Halbwertszeit,
b). Die Benutzung von Oxalsäure I oder II , oder einen anderen modernen Standard, der sich als C-14 Standard eignet,
c). Korrektur der Proben Isotopenfraktionierung auf einen Normal- oder Grundwert von -25.0 Promille, relativ gesehen zum C-12 und C-13 Karbonatstandard in VPDB - Cretaceous belemnite formation at Peedee in South Carolina,
d). Das Jahr Null BP (Before Present) ist als das Jahr 1950 definiert und (e) unter der Annahme, dass das globale C-14 Niveau konstant ist.
Standardfehler werden auch im C-14 Datierungsbefund angegeben, daraus resultieren die “±” Werte. Diese Werte wurden auf statistischem Wege abgeleitet.
Probenzubereitung
- Probengröße und Verpackung
Angabe des Datenformulars
- Online oder PDF
Zahlungsregelung
- (lab@radiocarbon.com)